Meine letzten Wochen...

Samstag, 01.03.2014

Ja nun war es soweit, meine letzten Wochen in Ghana standen mir bevor und ich wusste genau, dass ich auf gar keinen Fall nach Hause wollte. Doch ich war nicht allein, mein Vater kam zu Besuch, was mich tierisch freute. Ich holte ihn am Flughafen ab und was mich dort erwartete, damit hab ich wirklich gar nicht gerechnet. Meine Mutter war auch dabei!
Wow... die Überraschung war gelungen. Ich hatte wirklich gar nichts gemerkt, doch jeder andere wusste Bescheid. Nach der großen Begrüßung führte ich sie etwas herum und zwei Tage später starteten wir auch schon unseren Trip durch das Land Ghana. Angefangen bei den Krokodilen in Navrongo (wo ich jetzt schon zum dritten al war), an der Grenze zu Burkina Faso, ging es weiter in den Mole Nationalpark zu den Elefanten. Anschließend wieder zurück nach Tamale, wo mein Abschied bevorstand. Gemeinsam mit 'Kater Kasimir' und ohne Schlaf ging es am nächsten Morgen los in die Volta Region zu den größten Wasserfällen Westafrikas. Was für eine Attraktion und wir haben nur den unteren Teil gesehen, der uns schon komplett vom Hocker gehauen hat. Achso vielleicht sollte ich auch noch einmal unsere Fahrt hier her erwähnen. Meine Mutter hatte zwischendurch nämlich die Panik überhaupt, als unser Tro Tro einmal schräg im Graben hang und wir dachten gleich zu kippen. Naja insgesamt waren wir 8 Stunden unterwegs und am Abend vollkommen K.O. und dreckig.
Unser nächstes Ziel war das Kakaoinstitut in New Tafo. Dort gab es erst  einige Diskussionen mit den Fahrern und dem Hoteldirektor, doch alles ging letztlich gut aus und wir konnten das Institut besichtigen und einen riesen Einkauf in dem kleinen dazugehörigen Lädchen starten. Danach ging es ans Abschied nehmen. Wir waren insgemsamt zu siebt unterwegs und eine verließ uns heute. Mit dem Rest ging es weiter nach Kumasi, die drittgrößte Stadt in Ghana und die heimliche Hauptstadt, so sagt man. Und auch hier trennte sich unsere Gruppe wieder in zwei Teile, wobei nur noch ich und meine Eltern übrig blieben und der Rest wieder Richtung Norden startete. Nach einer angenehmen Nacht starteten wir mit einem noch angenehmeren VIP Bus Richtung Küste. Über Cape Coast ging es nach Axim, an den Ankobra Beach. Nach all den Anstrengungen, insbesondere für meine Mutter, stand jetzt ein Erholungsprogramm an. Diese Anlage war nämlich einfach ein Traum! Wir blieben 3 Nächte, denn mehr wollte ich mir nicht leisten und genossen es in vollen Zügen. Mit einem Luxusfrühstück und super sauberen Strand waren wir im Paradise gelandet. Doch die Tage vergingen sehr schnell und schon saßen wir wieder im Tro Tro, oder nein es war ein supergünstiges Taxi. In Busua, dem Surferstrand angekommen hatte Mutti auch gleich ihr Höllenerlebnis. Sie dachte ertrinken zu müssen, doch ein netter junger Surflehrer kam hier gleich zu Hilfe. :D Was ein Spaß!
Aber auch hier wollten wir nicht ewig verweilen und weiterziehen zu meinem persönlichen Favouriten Winneba. Hier fühlte ich mich auch gleich wieder heimisch, immerhin war es mein drittes Mal in Manuels Guesthouse und alle kannten mich. Leider fanden meine Eltern es überhaupt nicht so prickelnd und wären am liebsten sofort wieder gegangen. In Winneba trafen wir im Übrigen auch das letzte Mal Lisa, welche sich nach dem Kakaoinstitut verabschiedet hatte und eine andere Route nahm.
Mittlerweile waren zweieinhalb Wochen vergangen und uns blieben nur noch wenige Tage, bevor es zurück ins kalte Deutschland ging.
Accra, die Hauptstadt, war uns letztes Ziel und hier wollte meine Mutter noch einmal ordentlich auf dem Art Centre shoppen gehen. Insgesamt war sie letztlich drei bis viermal dort, sodass alle Verkäufer sie kannten und wussten was sie suchte und wollte. Im Hotel kam es außerdem noch zu einem Zimmerwechsel, da meine Eltern beide die Lautstärke ihres Ventilators nicht aushielten und ohne geht es nun einmal nicht (was jeder weiß, der schon mal in Ghana war). Naja was soll ich sagen, wir hatten drei super interessante und total lustige, aber auch anstrengenden Wochen in Ghana. Und ich bin total traurig nun dieses tolle Land zu verlassen.
Aber wer sagt, dass es für immer ist. ;)

Abenteuer mit Gina

Freitag, 24.01.2014

Halli Hallo

Da bin ich wieder...

Also nach unserem tollen Silvester verabschiedeten Gina und ich uns von Hannah und machten uns auf den Weg zu einem Traumstrand in Winneba. Wir übernachteten in einem super freundlichen Guesthouse, wo wir uns pudelwohl fühlten und schon nach zwei Tagen gar nicht mehr weg wollten. In Winneba lernten wir einen jungen netten Mann kennen, der uns die besten Kokosnüsse von der Palme holte und das so oft wir wollten :-). Mhhmm.. was ein Genuss! Gina versuchte ihr Glück mit dem Klettern dann auch mal, was ihr nicht so gut geling. Zu den Kokosnüssen muss man dazu sagen, dass die aus Deutschland ein Dreck dagegen sind. Die Leute hier bezeichnen DIESE als faul, schlecht und überreif. Naja außer den Kokosnüssen zeigte er uns die schönsten Plätze hier, eine Lagune, an der wir einen ganzen Tag vollkommen allein verbrachten. Keine Menschenseele zu sehen außer ein paar Fischern. Es war einfach traumhaft. Und ich glaube das Besondere war, dass du hier keine Touristen findest. Ein weiteres Highlight war ein aus Felsen gebauter Pool direkt am Meer. Das einzig negative aber auch lustige waren die großen und starken Wellen, da stand man Ruck Zuck mal ohne Bikini da und wusste nicht mehr wo oben oder unten ist. Naja leider mussten wir weiter ziehen, denn es gab noch mehr Strände zu entdecken und unsere Zeit war knapp. Unser nächstes Ziel war Cape Coast, von welchem wir im Nachhinein ziemlich enttäuscht waren. Der Strand war gegen Winneba ein Nichts! Und ich muss ganz ehrlich sein, da ich seit Monaten nur noch dunkelhäutige Menschen um mich habe, waren es mir hier eindeutig zu viele Weiße. Wir schliefen in einem Dorm mit weiteren 7 Personen und hatten nur einen kleinen Fan, was bedeutete, dass unsere Nacht sehr kurz und schweißgebadet endete. Wir waren froh, dass wir hier nur eine Nacht eingebucht hatten und am nächsten Tag abhauen konnten. Weiter gings nach Takoradi und dann Busua. Wir mussten zweimal umsteigen und Gina hatte während der Fahrt mit ihrer Blase zu kämpfen, was hier in Ghana nicht so angenehm ist, denn durch die 1001 Huppel und Graben wurde es nicht gerade leichter mit dem Einhalten. Nach ca 4 Stunden Fahrt kamen wir in Busua an und wie es der Zufall will, trafen wir mehrere Bekanntschaften aus Tamale und Accra. Schnell Taschen im Hotel abgegeben und schon ging es an den Strand, wo es nicht lange dauerte, bis wir Besuch bekamen. Ein junger Herr fragte uns wegen einer Surfstunde und da wir dies eh vor hatten, sagten wir gleich für den nächsten Tag zu. Am Abend gingen wir Fisch und Hummer essen und lernten die nächsten coolen Leute kennen, der Abend klang super lustig aus und wir gingen spät zu Bett. Und am nächsten Morgen wurden wir überraschender Weise gleich gerufen, da die Wellen besonders gut wären für unsere Surfstunde. Und da kam er, der Traumsurflehrer mit Traumbody... da fielen uns Schülern (nur Mädels) allesamt die Kinnladen herunter. Naja Konzentration bitte, es soll ja nicht zu peinlich werden. Nach zwei Stunden waren wir dann auch fertig, fix und fertig und hatten schmerzende Knie und was sonst noch weh tun konnte. Auch am nächsten Tag wurde es übrigens noch schlimmer mit den Schmerzen. Nach einer kurzen Pause, ein wenig Volleyball spielen, machten wir uns auf den Weg zu dem Jetski, den Gina am Vortag endeckt hatte. 40 Cedi für 2 Personen und 15 Minuten....auf gehts! Gina startete, aber wir waren anfangs beide etwas ängstlich, was sich nach wenigen Minuten legt. Es war geilooo:-) Wir waren die Attraktion am Strand!  Auch diese Zeit hier in Busua ging leider viel zu schnell vorbei und wir machten uns am nächsten Tag auf den Weg zurück, denn Gina hatte sich dazu entschlossen, mit mir nach Tamale zu kommen. Juhu...    Mit einem kurzen Abstecher in Winneba ging es nach Accra an den Flughafen und ab zu meiner Familie. Kennenlernen war angesagt. Aber leider war erst einmal niemand da. Am Nachittag trafen wir dann doch noch meine Familie an und Gina war super nervös wegen ihren knappen Klamotten. Aber Mami und Papai waren total easy. Später gings dann noch zum Kinderheim, wo Gina auch erst einmal geschockt war. Bevor wir uns auf den Weg zurück machten, setzten wir ihr noch ein kleines Baby auf den Rücken. Typisch Ghana :-) 

Am nächsten Morgen ging es zu den Krokos nach Bolgatanga. Ich mit großer Vorfreude und Gina und Lisa mit großer Angst kamen nach 3,5 stündiger Fahrt und weiteren 30 Minuten beim Paga Crocodile Park an. Und ab ging es zu den Monstern...  Voller Angst machten wir uns an ein Fotoshooting mit den lebendigen Fleischfressern. Es war mal wieder richtig cool! Auf dem Rückweg wollten wir uns eine typische Frucht auf einem Feld erhaschen, was dann allerdings zu einem größeren Abenteuer wurde. Gott sei Dank war unsere treue Seele Baba bei uns. Ein Mann kam und verlangte Geld von uns für das Betreten seines Feldes...ja genaus richtig gehört, nicht für das Klauen der Frucht, sondern für das Betreten. Naja wir mchten uns dann schnell vom Acker, aber leider war dieser Herr nicht ganz so easy abzuschütteln und rannte uns hinterher. Wir waren alle heilfroh, als Bsba endlich mit dem Auto davon fuhr. Am Abend gönnten wir uns ein Essen des Grauens, kein Wunder, dsss wir hier alle zunehmen. Naja man lebt ja nur einmal :D Am nächsten Tag ging es zurück nach Tamale, wo wir die letzten Tage mit Essen gehen verbrachten, am Pool sonnen und schwimmen und Party. Ja feiern gehen ist hier in Tamale ein riesen Spaß. Die Leute können einfach mega geil tanzen und die Musik ist auch cool. Das letzte Erlebnis von Gina in Tamale war ein Konzert. Wir warteten eine Ewigkeit auf den Hauptakt, welcher für 12 Uhr angekündigt wurde. Naja. Aus 12 wurde dann 2.30 Uhr. Trotzdem war es richtig cool und wir hatten Spaß mit kleinen Müdigkeitsattacken. Allerdings war das Ende richtig übel, alle rannten die Absperrungen um, Polizisten schlugen mit Stöcken in die Menschenmenge und der Bus mit den Künstlern rasste beinahe einen Rollerfahrer um. Wir haben es überlebt und amnächten Tag konnte Gina unbeschadet nach Hause fliegen, sogar mit einen typisch ghanaischen Kleid ;)

Danke für deinen Besuch Mausiiii:-*...ich habe mich sehr gefreut, auch wenn ich glaube ein längerer Aufenthalt hier wäre nichts für dich :D

Das etwas andere Weihnachtsfest...

Dienstag, 14.01.2014

Hallo Leute,

ich weiß ihr habt schon lange nichts mehr gehört, aber mir läuft hier auch ein bisschen die Zeit davon. Svenja ist nun schon seit über 3 Wochen weg und ich bin allein. Zusammen mit Hannah und zwei weiteren Voluntären haben wir uns ein schönes Weihnachten gestaltet mit lecker deutschem Essen (Klöße, Blumenkohl und Hühnchen, Obstsalat, Eis) .Es war ein schöner Abend und auch für ein kleines Weihnachtsgeschenk hat es gerreicht ;) Den nächsten Feiertag verbrachten wir im Kinderheim, wo es richtig toll war. Die Stimmung war bombastisch, es gab lecker Essen, Trinken und Partymusik zum Tanzen. Im Grunde war es ein gelungenes Weihnachtsfest, nur vollkommen anders als bei mir zu Hause. Auch die Weihnachtsstimmung kam nie so richtig auf, denn dafür war es mir einfach zu warm und der Tannenbaum fehlte auch.

Ja das nächste Abenteuer lautete Accra, die Hauptstadt und ein komplett anderes Leben. Gemeinsam mit Hannah verbrachte ich dort die ersten Tage am Meer in einem coolen und lustigen "Hotel", wo Hannah leider Geld gestohlen wurde. Aber das war gegen den Ausblick den wir am Morgen hatten, als wir aufstanden, schnell wieder verdrängt. Meer, Strand, Sonne und wir mittendrin. Unser nächste Aktion nannte sich Koala Supermarkt. Hier gibt es alles was das Herz eines Europaers begehrt. Käse, Wurst, Körnerbrot, Schokolade, Gummibärchen, Honig, Gemüse in allen Variationen und Kosmetika. Wow..! Ich musste die Gänge bestimmt dreimal abgehen, bevor ich alles entdeckt hatte. Ohne Hunger, aber mit großer Lust wurde unsere volle Tüte dann gleich mal geleert.

Am 31.12. war es dann soweit, Gina kam zu Besuch für kurze zwei Wochen. Ich wartete eine Ewigkeit am Flughafen und malte mir schon aus, wie sie in Dubai stecken geblieben ist. Aber Gott sei Dank war dies nicht der Fall und wir konnten uns nach kurzen Augenblicken in die Arme fallen. Mit dem Taxo ging es dann zum Hotel, wo Hannah schon am Strand wartete. Auf dem Weg dorthin, machte Gina so viele Entdeckungen, die für mich schon längst zur Normalität gehören. 

Frauen tragen meterhohe und schwere Last auf ihren Köpfen durch die Gegend ohne es fest zu halten

Kinder sind bei den Frauen hinten auf den Rücken gebunden

Leute kommen mit Gegenständen zum Auto und wollen es verkaufen, wie Spiele, Essen, Bücher, Getränke,...

Enorm viele Bettler

NUR farbige Menschen

Bunte Kleider

kaputte Autos

viele Abgase

Sau gefährlicher Verkehr

Sie war erst einmal geschockt. Aber als auch sie im Meer war, wurde der Rest vergessen. Dann kam unser Silvester, welches ohne großen Plan startete. Aber wie man so schön sagt, spontane Aktionen sind die Besten. Wir aßen in einem chinesischen Restaurant und gönnten uns etwas, denn als wir die Karte öffneten, fiel uns die Kinnlade herunter. Scheiße waren das harte Preise, aber naja was soll das Gespare, hauen wir mal ordentlich auf den Putz. Im Nachhinein gesehen hätten wir dies besser gelassen, dennn das ich Steuern auf mein Essen bezahlen muss, habe ich noch nie erlebt. Die Summe aller Summen war dem entsprechend im dreistelligen Bereich, was uns den Abend aber nicht mal ansatzweise versaute. Weiter gings mit nicht mehr ganz so viel Geld in den Taschen zum Cocktail trinken, wo wir komischerweise keinen Eintritt zahlen mussten, aber alle anderen Leute nach uns schon. Egal Geld wieder eingespart. Nach ein paar Cocktails lernten wir einen netten jungen Mann kennen, der uns dann ein richtig cooles Silvester ermöglichte. Wir waren im teuersten Hotel Accras, in dem wir das Feuerwerk bestaunten uns am Buffet bedienten, tranken und für all dies nichts zahlten. Achso und Gina traf ihre Flugbegleiter vom Mittag auch in diesem Hotel an. Dann ging es noch zu einem coolen Club, wo wir bis am Morgen tanzten. Das nenn ich mal einen gelungenen Abend.

 

Mehr zu den Abenteuern von Gina und mir dann demnächst...

Bis bald:-) 

Fire Festival

Montag, 25.11.2013

Fire Festival war angesagt. Ein großes Fest in Tamale. Man hatte mir auch erklärt, warum man es feiert, allerdings wirklich verstanden habe ich es nicht. Naja aber Traditionen muss man ja einmal miterlebt haben. Also ging es am Mittwoch Abend nichts ahnend in die Stadt. Zuerst zum Essen in eine Seitengasse, lecker Reis und Nudeln und dann weiter zu einer Kneipe. Dort machten wir das Schnäppchen des Grauens, indem wir für 3 doppelte Shots nur 3,50 Cedi bezahlten. Wow....

Stellt euch das mal vor, davon träumen wir in Deutschland.

Ja nach einigen Getränken, der Bekanntschaft eines gut duftenden Herren und mal wieder der Besitzerin der Kneipe, machten wir uns um 8 Uhr los auf die Straße, denn dort solle man es am Besten erleben. Natürlich waren wir wie immer nicht lange alleine, und eine Security Truppe von 5 Mann begleitete uns. Am Chief Place angelangt, an welchem das Festival startete, mussten Svenja, Maaike und ich erst einmal auf Toilette. Typisch! Also begleiteten Eden und Ismael uns in den Vorhof des Chief Houses, um dort zu urinieren(sollte man nier immer dazu sagen, sonst denken alle du musst das große Geschäft). Danach fragte Ismael uns, ob wir den Chief sehen wollen und wir, besser gesagt ich, entschloss einfach einmal ja zu sagen. Dies stellte sich später als schlechte Idee heraus, denn außer uns war dort niemnd und wir mussten auf die Knie gehen...Hallo wo sind wir denn, ich geh doch nicht vor nem wildfremden alten Mann auf nem Stuhl zu Boden, doch da kniete ich schon nach einem bösen Blick von Ismael. Und gleichzeitig bereute ich es, denn es fühlte sich so seltsam an und ich musste lachen. Der Chief hieß uns herzlich Willkommen und meinte wir sollen uns erheben und auf dem Sofa Platz nehmen. DANKE schon besser, doch der nächste Patzer ließ nicht lange auf sich warten. Auf der Couch wussten wir nicht uns richtig hinzusetzen und überschlugen die Beine über Kreuz, nichts außergewöhnliches. Aber vor dem Chief war auch dies nicht gestattet und so langsam kamen wir uns lächerlich vor, was uns dazu brachte zu kichern und amüsierte Blicke auszutauschen. Ja ich weiß kindisch und peinlich, aber sorry was sollte das Theater. Man fragte uns, ob wir dem Chief etwas zu erzählen haben, doch uns viel nicht mehr ein als: `Schöne Bilder haben sie hier, Tamale ist eine tolle Stadt, wir lieben es hier zu sein`...Fertig!

Okay dann wollten wir einfach nur noch raus hier. So schnell wie nur möglich! Draußen angekommen fielen wir alle in ein großes Gelächter und dann ging es weiter. Wir sahen eine Menge junger Leute mit Waffen und Schwerten und Fackeln durch die Straßen laufen, es war wirklich verrückt und ein wenig beängstigend, aber wir hatten ja unsere Bodyguards. Einige hatten sich weiß angemalt im Gesicht und merkwürdige Klamotten an, aber es war wirklich interesant. Auch wir organisierten uns irgendwann eine kleine Fackel, die wir alleine entzünden wollte. Als die Einheimischen uns damit sahen, lachten sie alle und ich verstand gar nicht weshalb, aber es war mir auch egal. Mit Hilfe eines Busfahrers entzündete ich schließlich auch meine Fackel und zog damit durch die Straßen. Das Festival lässt sich im Nachhinein am Besten beschreiben als eine Art Fastnachtsumzug mit einem Stil von Silvester. Es war cool!

Anschließend sind wir alle zusammen noch etwas trinken gegangen, auch die Kanadier waren wieder dabei. Es war ihr letzter Abend und wir verabschiedeten uns herzlich von ihnen. 

My Birthday Weekend

Samstag, 23.11.2013

Da die Mädels ja alles schön organisiert und geplant hatten, hieß es für mich "Überraschung". Am Freitag gings erstmal schick europäisch Essen, da es ja eher der gemütliche Abend werden sollte. Nach Pizza, Burger, Pommes und Salat hatten wir schon wieder Freunde aus Schweden und USA gefunden. Die gesellten sich dann gleich mal zu uns und zusammen waren wir ein richtig toller Tisch mit Weißen. Als es dann schon 23 Uhr in Ghana und somit 24 Uhr in Deutschland war, wurde zum ersten Mal gesungen und ein kleines Geschenk erwartete mich. Ja halt ein Packung meiner Lieblingskekse, nett :) Nach unmengen an Fotos und mit guter Laune gings dann in die Stadt, um auch nochmal in ghanischer Zeit reinzufeiern. Noch am Rande bemerkt, gabs von den neuen Feunden auch ein Geschenk. Wir wurden einfach mal fix im Restaurant komplett eingeladen, somit war der Abend sehr günstig für uns :-) Im übrigen trug ich die ganze Zeit mein Geburtstagskostüm ( Elefantenohren und Rüssel), passend zu meiner neuen Elefantenhose. Ich glaub ich war das Highlight für alle Restaurantgäste.

Vielleicht nicht ganz pünktlich, aber so um die zwölf rum waren wir am Point7, eine kleine Bar um nochmals anzustoßen. Nach einer Schnapstüte "Choices" (50ml like Baileys), bekam ich ein zweites Ständchen und mein richtiges Geschenk. Ein Wochenende mit den Mädels in Köln, sehr geil :-) Dann gings mal wieder zu unserem Stammplatz "Giddipass" in der Stadt. Da wir ja fast nicht auffielen, mit unseren Partyhüten rief der DJ gleich mal das Geburtstagskind aus und auf einmal hatten wir eine Menge an Menschen um uns herum. Nach unendlich vielen Gratulationen und einem rießen Spaß, gings nach einem Brot mit Omlett nach Hause. Pünktlich zur Betstunde mussten wir unsere Schwester nicht mal mehr wecken, dass sie uns die Tür öffnet :) Am Samstag startete der Tag erstmal ganz gemütlich und unser Lieblingsplatz war definitiv auf dem Sofa. Es war einfach viel zu warm für den November und Klimaanlage gibts nur im Wohnzimmer. Und wie immer mussten erstmal wieder die Bauchprobleme reguliert werden. Nachdem die Mädels mittags mal eintrafen, gabs ein drittes Ständchen mit einem selbstgemachten Kuchen mit Wunderkerzen. Hab mich gefühlt wie auf einem Kindergeburtstag, aber es war toll. Der Apfelkuchen mit Schokoglasur und bunten Streußel, war echt ein Traum. Ein großes Kompliment an die Bäcker. Nach einem gechillten Brunch mit Kuchen, Brot, Gemüse,... ging es um die Pläne für den restlichen Nachmittag. Kurzfristig besuchten wir unseren neuen Freunde, die uns zu ihrem Haus mit Pool eingeladen hatten. Somit wurde der Nachmittag und Abend, mit schwimmen im Pool und einem super leckeren selbstgekochtem Barbecue verbracht. Danach fix gerichtet, gings wieder ab in die Stadt. Erstmal wieder zur Stammkneipe und anschließend zu einer Disco. Und nach vielem Getanze und der heißen Innentemperatur, göhnte ich mir draußen mit einer weiteren Volunteer eine Pause. Die wurde von einem Lachkrampf, sogar mit Tränen beendet. Mitten auf dem Platz draußen stand Leonie in Startposition um die Lulu Huckepack zu nehmen. Luisa sprang, mit viel zu viel Schwung von Leonie bemerkt auf sie drauf. Die Standfestigkeit war eher mittel und somit wurde aus dem Huckepack, wohl eher ein Bauchplatscher. Nach Minuten langem lachen, merkten die zwcei jedoch auch die Nachwehen. Offenes Knie, Loch in der Leggings und leichte Schürfwunden praktisch überall. Kurz vor der Heimreise gabs dann mal wie Egg 'n' bread und nach der Stärkung ab in die Haija :) 

Der Sonntag, der Ausklang des Wochenendes wurde mal wieder im Freibad verbracht und abends gings früh ins Bett.

Es war einfach ein hammer Wochenende, dass wir mit Sicherheit so nicht wieder erleben werden. Auch wenn nicht alles so lief wie geplant, hatten wir einen rießen Spaß und es wird uns definitiv im Gedächnis bleiben.

An dieser Stelle nochmal danke an alle, die an mich gedacht haben :)

Projekte und Neues vom Kinderheim

Samstag, 23.11.2013

Projekt 1 - Neues Spielzimmer

Eine Volunteer, welche schon zum zweiten Mal da ist, brachte von zu Hause einige Geldspenden mit, die sie ins Kinderheim investieren wollte. Die Frage war nur, was ist das Beste für die Kinder. Nach einigen Überlegungen und Gesprächen, entschlossen wir Volunteere uns für ein neues zweites Spielzimmer, denn ihr altes hassten sie! Nach einigen Diskussionen und erst einmal einem klaren NEIN, genehmigte es unsere Leitung dann doch. Also konnten die Planungen und ersten Arbeiten beginnen. Zu allererst benötigten wir einen neuen Boden, denn der Alte war nicht mehr zumutbar,genauso die schreckliche dunkelgrüne Frabe an der Wand. Also nach dem der neue Fließenboden fertig war (man muss dazu sagen, dies fand innerhalb von zwei Tagen statt) musste der im Moment freie, nicht benutzte Raum weiß gestrichen werden. Wer uns bei all unseren Erledigungen eine große Hilfe war und ist, unser Gastpapa. Er besitzt einen eigenen Laden für Bauutensilien und hat schon so einige Gebäude in Tamale aufgestellt. Er hat die Beziehungen und das Wissen! Naja nachdem jetzt die Wand weiß war, ging es an die Farbe. Allerdings kam dann etwas dazwischen, mit dem keiner gerechnet hat. Die erste Frau unseres Papis starb und hier zu Hause ging alles drunter und drüber. Was das für das Projekt bedeutete, alles verschob sie nach hinten und wir mussten überlegen mit welchen anderen Arbeiten wir beginnen können.

Für uns persönlich bedeutete dieser tragische Fall, eine Woche lang eine Horde von wildfremder Menschen jeden Tag von morgens bis abends und unser Nicht- Lieblingsessen zu ertragen. Also machten wir uns immer nach der Arbeit in die Stdt uns aßen fast jeden Tag außer Haus. Beim Projekt ging es dann weiter mit dem Blackboard. Wir machten uns auf die Suche nach jemandem, der uns eine große Holzplatte zurecht schneiden und auch aufhängen und auch gleich noch die Tür reparieren konnte. Wir fanden den Richtigen dafür und er kam auch schon am nächsten Tag für die Tür, allerdings entschied Maaike sich aufgrund der Kosten gleich für eine neue Tür. Die Arbeiten dafür folgen alle nächste Woche, genauso das Streichen. Wenn wir fertig sind, werdet ihr auch ein Foto sehen.

 

Projekt 2 - Sandkasten

Damit werden wir in den nächsten Wochen starten, denn momentan sind wir noch schwer beschätigt mit dem Spielzimmer. Der Grund für ein Sandkasten war der, dass die Kinder oft draußen sitzen und versuchenetwas aus dem harten afrikanischenroten Grund zu bauen, was ihnen meist nicht gelingt. Sie scharben und scharben und versuchen Löcher zu machen und Mauern zu erstellen, aber es ist einfach zu fest und hart. 

Wir hoffen, dass alles so klappt, wie wir uns das vorstellen und das die Kinder sich über beides an Weihnachten freuen können. Toi Toi Toi!

Was es sonst noch so neues gibt:  

Gestern waren wir mit den älteren Kindern endlich im Swimming Pool, nach dem wir es immer wieder verschoben hatten. Auch diese Aktion wurde wieder einmal erst von der Leitung abgelehnt, wie alles glaube ich mittlerweile. Mit großer Vorfreude machten wir uns also dann am Nachmittag auf den Weg, wo uns erst einmal gesagt wurde, dass alles flach fiel. Wir verstanden gar nichts mehr und begannen eine riesen Diskussion. Nach lautem Schreien ihrerseits, und guten Argumenten unsererseits, durften wir schließlich doch gehen. Dann dachten wir nur schnell weg hier, bevor sie es sich anders überlegt. Unsere organisierten Taxis fuhren an und die Kinder stiegen aufgeregt ein. Dort schnappte sich jeder ein Kind auf den Arm und ein paar Schwimmmatten und der Spaß konnte beginnen. Wir waren 5 Volunteere, zwei große Jungs vom Heim und 8 Kinder. Also fast 1 zu 1 Betreuung, aber das benötigten wir auch, denn keiner von denen konnte schwimmen.a Es war ein wirklich gelungener und wundervoller Tag, den wir alle gerne wiederholen möchten. Doch ob dies nach der langen Diskussion möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Naja vielleicht versuchen wir es irgendwann nochmal. Wir alle hatten zumindest eine Menge Spaß und sind den Kindern viel näher gekommen als zuvor.

Im Übrigen unser nächstes Attentat auf die Leitung fällt den großen Jungs zu Gute. Sie sind 17 und 19 Jahre alt und waren abends noch nie außer Haus. Wir wollen einmal mit ihnen ausgehen und tanzen. Sie sind schon happy, doch ob wir unsere Madam davon überzeugen können, steht noch in den Sternen. Wünscht uns Glück!

 

Heiße Grüße!!!

 

Die Hippo- Safari, die keine war!

Freitag, 01.11.2013

8.30 Uhr (europäische Zeit)Treffpunkt mit den Kanadiern und den Mädels an der Tro Tro Station. Kanadier bedeutet im Übrigen Justin Bieber und William Kate, welche wir bei unserem Volunteer Treffen kennengelernt haben. Die Nachnamen sind nur unsere Eselsbrücken! Nach kurzem Warten ging es dann endlich los mit der Aussage, das wir nur so 4 Stunden unterwegs sein würden. Der Weg war steinig und hoppelig, doch nach 6 Stunden endlich beendet. Im Übrigen begleitete uns die ganze Fahrt über ein Motorrad auf dem Dach des Fahrzeuges. In der Bullenhitze angekommen, fühlten wir uns sehr einheimisch! Der Grund dafür war unsere (natürliche) Bräune, also besser gesagt der Dreck vom Sandstaub :D

Nach einer weiteren Stunde Fahrt, womit wir dann schon bei 7 statt 4 Stunden wären, landeten wir in Wechiau, wo wir unseren Ausflug im Visitor Office organisierten. Für River Hippo Safari, eine Übernachtung und für den Tro Tro Transport entschieden, ging es mit einer Wartezeit von 1-2 Stunden, unserer Reis Box und einigen Gin Tütchen und doch kein Tro Tro, sondern ein `superbequemes` Tri Cycle zu unserer Unterkunft (sorry musste alles in einen Satz + Tri cycle gleich Motorbike mit Plattform hinten dran). Unser romantischstes Erlebnis hatten wir in der nächsten Stunde, denn es ging mit weiteren Gin Tütchen unter klarem Sternenhimmel mit Milchstraße und Polarstern durch die Nacht. Kurz die Lodge besichtigt, brauchten wir erst einmal unsere Retter in Not, zur Entfernung der Monster (Bad and Spiderman). Dann ging es endlich zu unserer langersehnten Dusche, womit wir hier schon bei unserem zweiten romantischen Erlebnis wären. `Nacktduschen unter freiem Himmel mit Taschenlampe und Eimer`

Einer pumpt, leuchtet und schüttet Wasser, der Andere genießt es!

Am nächsten Morgen ging der Fußmarsch zum Black Volta River los, um die tollen Nilpferde zu betrachten. Die Vorfreude war riesig! Doch die Enttäuschung folgte zugleich.

Von Nilpferden war weit und breit nix zu sehen, und unser Bootsfahrer meinte es wäre eh momentan eine schlechte Zeit. Also keine Chance.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stand der Rückweg an, wo wir alle eine Fresse zogen, wie Drei-Tage-Regenwetter. Unsere Taschen waren daraufhin schnell gepackt und es konnte los gehen, doch der Fahrer verspätete sich um geringfügige 50 Minuten, aber kein Problem. Im Tro Tro sitzend auf dem Weg in die Stadt, wurde aus einem kurzen Stop eine halbe Stunde. Unser Fahrzeug gab den Geist auf und alle mussten aussteigen. Na super...bei einer Bullenhitze mitten in der Pampa. Professionell wie unser Fahrer war, packte er außer ein paar Wekrzeugen gleich noch seinen Overall aus und begann mit der Reparatur. Mit der Unterstützung von uns Fahrgästen (anschieben) ging es dann irgendwann weiter, nachdem wir unseren Mitfahrern und Hühnern näher gekommen sind. In Wa angekommen, bemerkten wir dieses Mal, dass wir nicht braun vom Sand waren, sondern schwarz von der Kohle auf dem Dach. Leonie hatte es besonders gut getroffen, ihr ganzer Rücken war voll mit Kohle! Am Abend machten wir uns dann nach einer erholsamen Dusche und ein wenig Ruhe auf in ein super gutes Restaurant, laut Reiseführer. Und wirklich, es war ein Traum. Internationale und ghanische Küche, wir konnten uns gar nicht entscheiden. Mit vollem Bauch machte sich dann ein Teil nach Hause, während die Anderen den Abend noch gemütlich ausklingen ließen. Am nächtsen Morgen, nach unserem Frühstück wollten wir dann los zur Tro Tro Station, doch ein Taxifahrer meinte, dass heute kein Tro Tro mehr zurück fahren würde.

Oh scheiße! Okay wo sind unsere Kanadier? Nach kurzem Hin und Her gings dann zur Bus Station, wo die Jungs einen Bus gefunden hatten. Okay cool! Dann ist ja alles geritzt, NICHT. Es gab nur noch 2 Plätze und wir waren 4 Mädels. Doch da kam Leonie die Blitzidee: Wir sitzen einfach im Gang, Hauptsache wir kommen zurück.

Im Gang sitzen bedeutete für Leonie und Luisa, dass sie 6 Stunden auf Plastikhockern zwischen einer `Big Mama und einem nach schweißduftenden Herren` verbrachten und weil wir hier ja eher weniger geteerte Straßen haben, begleiten die Poposchmerzen sie teilweise jetzt noch! :D Doch lustig war es alle Mal und auf jeden Fall eine Erfahrung wert, wie der gesamge Ausflug zu den Hippos. Wir hatten Spaß, auch wenn nicht alles so glatt verlief. Wir sind halt mittlerweile auch schon halbe Ghanaer!

Bis bald ;)

Eure Familie Wundergeschenk

Unser profi Fahrer Mitten im Nirgendwo

 

 

 

 

 

 

Ausflug zum Mole Nationalpark

Donnerstag, 10.10.2013

Am Wochenende haben wir mal wieder einen Ausflug gemacht, das Ziel war der Mole Nationalpark. Um halb zwei Mittags an der Bushaltestelle, wollten wir eigentlich um zwei mit dem Bus starten. Jedoch gab es Komplikationen und der Bus kam erst um 17 Uhr. Drei Stunden später und einer interessanten Fahrt über Stock und Stein und einer tollen Aussicht auf den Sonnenuntergang, kamen wir in Larabanga an. Es war stockdunkel und der Strom fiel bei unserer Ankunft aus. Doch zum Glück hatten wir im Bus einen der Salia Brothers kennen gelernt, welche die einzigste Übernachtungsmöglichkeit in Larabanga anbieten. So konnten wir auch noch im dunkeln ein Zimmer und Abendessen ergattern. Die Savana Lodge ist kein Hostel oder Hotel, sondern das afrikanische Original. Uns hats gefallen und waren eh sau müde. Um halb 6 aufgestanden, hieß es fix duschen (unter freiem Himmel) und frühstücken und los. Mit einem Jeep und noch 5 Spanierinnen im Gepäck, fuhren wir dann nur 5 Minuten zum Nationalpark. Dort angekommen stellten wir fest, dass die anderen eine Autosafari machen. Ohhhh Nein! Wir wollten nämlich auf jeden Fall zu Fuß starten. Leonie, eine andere Volunteer wusste nämlich, dass die Autosafari absoluter Blödsinn ist und man viel weniger sehen kann. Sehr deprimiert und eigentlich schon keinen Bock mehr mussten wir dann sogar noch ins Auto sitzen, anstatt auf der Ladefläche. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Doch zu unserem Glück entdeckten wir, kurz vor dem Start eine weitere Gruppe. Die Franzosen hatten einen Guide im Voraus gebucht. Kurz nachgefragt und los gings zu Fuß durch den Busch. Sehr geil! Schon nach kurzem Gehen traffen wir auf ein Rudel Affen. Die turnten auf Autos, Traktoren und Lkws, es sah aus wie ein Schrottplatz. Und gleich dahinter zwei unscheinbare Elefantenköpfe. Gegenüber trainierte ein Mann in seinem eigenen "Fitnessstudio", unterm freien Himmel mit seinen Hanteln und schaute dem Geschehen zu. Doch leider war er doch nicht so die Sportskanone, stemmte gerade dreimal und präsentierte uns sein Fässle :-) Zurück zu den Elefanten. Alle schossen wie verrückt Fotos, doch außer den Ohren und dem Kopf bekamen wir vorest nichts zu sehen. Aber das sollte sich gleich ändern. Aus zwei Elefanten wurden auf einmal 5, wie aus dem Nichts kamen sie hervor und dann zeigten sie uns ihre volle Pracht. Ab dem Moment verfolgten wir die Elefanten auf Schritt und Tritt. Quer durch den Busch und über mehrere Wege, knipsten wir tausend Fotos. Elefanten beim rennen, fressen, von hinten, mit uns,... Es war Elefantastisch! Völlig überwältigt lösten wir uns nach circa einer Stunde von dem Elefantenrudel und zogen weiter. Vorbei an Warzenschweinen, Affen, Krokodilen und Artverwandte von Rehen, afrikanische Bambis :D gings dann in unseren tollen langen Hosen, bei gefühlten 35° C wieder bergauf um die Aussicht zu genießen und die Safaritour zu beenden. Eigentlich war es erst zehn Uhr, aber wir waren schon platt ohne Ende. Doch nichts desto trotz, entschieden wir uns spontan für eine Kanufahrt. Wieder gings mit dem Jeep durch die Savanne, doch diesmal auf der Ladefläch. Was wir allerdings am Abend an unserem Hinterteil spüren konnten. Angekommen gings in ein Holzkanu, mit zwei Männern die für uns padelten. Schön entspannt konnten wir die 40 minütige Fahrt, im vollen Genuss der Natur genießen. Total erholt, aber immer noch sau müde gings zurück zur Unterkunft. Den Abend eher lässig verbracht, gings nach einer kurzen Nacht um halb 5 wieder Richtung Tamale. Zuhause im Tageslicht angekommen, entdeckten wir zu unserem entsetzen den Grund für die unschläfrige Nacht! MOSKITOS !!! Die Beine von uns allen vier verstochen des Grauens. Wir sehen aus als hätten wir Masern! Daraus lernt man, entweder ein Hotel mit Klima nehmen oder Moskitonetz einpacken. Das ist uns definitiv eine Lehre gewesen!!!

Elefantastisch!!! unsere Vorfahren :D

Viele Grüße an unsere Liebsten :) im kalten Deutschland

Svenja und Luisa

Der Sturm des Grauens und unsere neuen Bikes

Freitag, 04.10.2013

Das in Tamale momentan Regenzeit ist, wussten wir. Was dies allerdings bedeutet, war uns nicht ganz klar. Seit dem wir hier sind, haben wir schon den ein oder anderen Sturm, Regenerguss erlebt. Meistens ist es so, dass es eins zwei Tage tierisch heiß ist und man es kaum aushält und an Schlafen ist dabei schon gar nicht zu denken und dann von jetzt auf gleich (obwohl die Einheimischen spüren es schon Stunden vor uns) wird der ganze Himmel schwarz und es schüttet als gäbs kein Ende mehr. Ja und irgendwann, meist leider viel zu schnell für uns, hört es auf und die Bullenhitze kommt wieder! Naja das nennt man Regenzeit. Doch es geh tatsächlich noch schlimmer. Gerade vor wenigen Tagen durften wir zwei einmal einen Sturm erleben, der einem Tornado glich.

Wir waren gerade auf dem Weg nach Hause vom Kinderheim (im Übrigen seit einigen Tagen sind wir das mit unseren eigenen coolen Fahrrädern, aber dazu schreib ich gleich mehr) und da sehen wir diese schwarzen Wolken auf uns zukommen. Wir ganz relaxt am Foto schiesen von diesem bomben Unwetter und den Kühen die es nicht alle über die große Hauptstraße gepackt haben und deshalb in der Mitte auf einer Insel stehen :D zum tot lachen! Ja aber irgendwie verstanden wir gar nicht, warum alle Menschen so rannten und so schnell mit ihrem Bike fuhren. Mhmm... komische Leute! Ja nach einigen Metern in Richtung dunkler Wolke verstanden wir so einiges mehr. Müll kam uns entgegen geflogen und verhedderte sich an unseren Rädern, ganze Dosen und Äste flogen wie wild umher und das allerschlimmste war der rote Sand, der uns immer heftiger traf. Ich sag nur Autsch, das sind ja wie Hagelkörner. Naja abgesehen davon, dass wir niht einmal mehr unsere eigene Hand vor Augen sahen, fuhren wir im Schneckentempo (andere würden sagen, wie wären fast rückwärts gefahren) nach Hause. Nach einigen Untersuchungen dort, fanden wir wirklich überall an unserem Körper Dreck. Wir waren auch irgendwie brauner, fragt sich nur warum?!

 

Okay egal, überlebt! Kommen wir nun zu der Geschichte unserer neuen Fahrräder: 

Außer das die Ankunft unserer Fahrräder gefühlte 8 Wochen dauerte, gab es da dann noch ein Problem. Svenjas erste Lieferung war ja mal voll für die Katz und warum? PLATTEN! Ja genau. Und der Typ meinte zu mir noch, dass Fahrrad sei gut. Naja nach einigem hin und her, hat sie nun eins ohne. Allerdings sehen beide Räder trotzdem aus, als würden sie gleich auseinanderfallen. Bremsen werden hier auch völlig überbewertet, wer braucht sowas schon. Entweder du kannst fahren oder du lässt es. Kann halt malzu nem Zusammenstoß kommen. Lichter???? Was ist das? Kein Mensch fährt hier in der Nacht freiwillig mit dem Fahrrad, also wieder Geld gespart. Achso Gangschaltung, dss gibt es nur so als Atrape. Sieht einfach cool aus, muss aber nicht funktionieren. Sonst wärs ja zu einfach mit dem Fahren! Ja und der Kracher bei Hannahs Fahrrad (andere Volunteer) die tritt des Öfteren mal voll ins Leere, da passiert dann gar nichts mehr. Das ist fast wie im Fitnessstudio, wo man tritt, aber sich niemals fortbewegt :D 

Naja trotz allem sind wir froh unsere Bikes zu haben, weil die vielen Heiratsanträge der Taxifahrer gehen auf die Dauer auch ziemlich auf en Keks, auch wenn es günstig ist (ca 3 km= 60 cent) 

 

Bye bye ihr Lieben

Luisas Bike ohne coolen Korb

Unser erster Trip zu den Krokos

Freitag, 27.09.2013

Ausflug Bolga Tanga

 

Um 3 Uhr morgens aufgestanden gings dann um kurz vor vier mit unserer Gastmutti Richtung Bushaltestelle. Dort angekommen wollten wir eigentlich unsere Tickets kaufen und um sechs starten. Doch leider machte uns die typische ghanische Gelassenheit der Menschen, einen Strich durch die Rechnung. Der Bus kam einfach mal gar nicht. 

Die einzigste Alternative war dann, ein großer Trotro. 

Dies ist ein Minibus, so like Transporter in Deutschland nur in total verschrottet, nicht mehr TüV zulässig und die vorgegebenen Sitzplätze sind total überschritten. 

Bei rund 30° C gings dann in zweieinhalb Stunden von Tamale nach Bolga Tanga. Als wir vier Weißen dort ankamen, wurden wir von gefühlten 100 Taxifahrern mit einem Geschrei von "Paga,Paga,Paga,Paga...." überfallen. Paga ist der Krokodil Park, der für die Region sehr bekannt ist. Dann hieß es mal wieder handeln und den billigsten Taxifahrer unter den 100 zu finden. Die Wahl fiel auf Baba, welcher uns das ganze Wochenende treu blieb und unser persönlicher Chaffeur und Travelguide war. 

Aus dem Reiseführer entschieden wir uns dann für das Sand Garden Hotel, wo uns der Taxifahrer hinfuhr. Das Hotel war echt oki, mit einem super schönen Innenhof, klimatisiertem Raum und eigenem Bad.

Dann gings endlich los in das 40 min entfernte Navrongo zum Krokodilpark. 

Der Eintritt war für nicht Ghanaer 3 cedi höher, das Huhn zum verfüttern kostete 5 cedi und fürs Bilder machen wurden nochmal 2 cedi verlangt. 

Dann gings endlich los! 

Auf zum großen See, pfiffen die Männer den ~200 Krokodilen damit wir auch welche sehen können. Ein kleiner Junge hielt die Zeit über das kleine Huhn, an seinen Flügeln in der Hand und schüttelte es immer wieder in seiner Hand. Nach kurzer Zeit waren die Flügel sicherlich gebrochen und kurz darauf ist es wohl eingeschlafen, bei der Hitze.

Das erste Krokodil, bewegte sich mal gemütlich aus dem See auf die Wiese, um für uns zu posen. Es war aber nur ein kleines, meinten die Begleiter. 

Trotzdem waren wir total geflasht und schossen erstmal Fotos was das Zeug hielt. Kurz darauf kam noch ein anderes kleineres heraus und die Männer beschlossen, uns auf die Suche nach den großen zu machen. 

Wir liefen zu einem mini Teich neben einem Fußgängerweg, der nicht im abgezäunten Bereich war. Ohne Schild oder Vorwarnung, frei zugänglich für jeden Menschen. 

Echt crazy! 

Nach kurzem gepfeife, kam erst ein kleines und dann ein 3 m langes Kroko aus dem Teich heraus getappt. An dem kleineren vorbei gelaufen, ging es vorsichtig zum großen. Wir waren alle total geflasht und begeistert. Vielleicht spielte auch ein bisschen Angst in den Gefühlen mit. Nach kurzem beobachten, des gruselig aussehenden Tiers. 

Meinte der Typ wir sollen doch einer nach dem anderen zum Kroko kommen, mit anfassen und so.

Nach kurzem Augenkontakt, machte Lulu den Start und ich als zweites. Ich kann nur sagen, es war einfach der HAMMER! Die Haut des Krokos fühlt sich sau hart an und beim kurzen Schwanz hochheben, bekommt man einen Adrenalinschub. 

1000 Fotos später und einer kurzen Besichtigung von Lehmhütten und so gings wieder zurück. Würden die Tiere nicht so gruselig und gefährlich aussehen, hätte gern ein ganz kleines mitgenommen um es euch zu zeigen :D

Ach ja, das "eingeschlafende" Huhn, wurde an das große Kroko verfressen und es war, nach kurzen Anlaufschwierigkeiten in null komma nix gefressen. Ohne spannende Blutspritzer oder so, einfach verschlungen. 

Unser erster Ausflug war sehr geil und wir freuen uns schon, unsere Reiseliste abzuarbeiten.

 

Eure Luisa & Svenja ;)

 

Gruppenfoto mit XXL Kroko vor dem Trip im Hotel

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